{"id":2132,"date":"2019-11-20T18:33:05","date_gmt":"2019-11-20T17:33:05","guid":{"rendered":"https:\/\/flex.uni-frankfurt.de\/?p=2132"},"modified":"2020-01-21T21:28:05","modified_gmt":"2020-01-21T20:28:05","slug":"forschungsergebnisse-liefern-wichtige-erkenntnisse-fur-die-finanzbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flex.uni-frankfurt.de\/index.php\/focus\/forschungsergebnisse-liefern-wichtige-erkenntnisse-fur-die-finanzbranche\/","title":{"rendered":"Business Practice meets Science: Der Faktor Mensch in der Finanzberatung"},"content":{"rendered":"<p>Die \u201cBusiness Practice meets Science\u201d Reihe geht in die zweite Runde. Am 30. Oktober trafen sich Praxispartner und Forscher beim Partner Day des TechQuartier. Das Format pr\u00e4sentiert Ergebnisse, die durch gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Praxispartnern aus der Wirtschaft und akademischen<!--newsroom--> Forschern gewonnen werden. Prof. Dr. Michael Kosfeld vom Frankfurter Labor f\u00fcr Experimentelle Wirtschaftsforschung (FLEX) erkl\u00e4rte zu Beginn die Grundidee der Veranstaltung und die sich daraus ergebenden Perspektiven f\u00fcr beide Seiten. Forscher haben die M\u00f6glichkeit, wissenschaftliche Fragestellungen mit relevanten Daten aus der Praxis zu beantworten, w\u00e4hrend Praktiker die gewonnenen Ergebnisse nutzen und durch neue Perspektiven profitieren k\u00f6nnen.<br \/>\n<!--more Weiterlesen--><br \/>\nZum Bericht \u00fcber den ersten Teil der Veranstaltungsreihe, bei der das Thema \u201eDigital Economics\u201c im Mittelpunkt stand, geht es hier: <a href=\"https:\/\/flex.uni-frankfurt.de\/index.php\/focus\/herausforderungen-der-digitalisierung-erfordern-mehr-austausch-zwischen-theorie-und-praxis\/\">Herausforderungen der Digitalisierung erfordern mehr Austausch zwischen Theorie und Praxis<\/a>.<\/p>\n<p>Vor rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Forschung und Praxis stellten Prof. Dr. Oscar Stolper von der Universit\u00e4t Marburg und Prof. Dr. Florian Hett von der Universit\u00e4t Mainz konkrete Forschungsprojekte aus der Finanzbranche vor.<\/p>\n<p>Im ersten Projekt (<a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/rfs\/article\/32\/2\/524\/5061166\">Birds of a Feather: The Impact of Homophily on the Propensity to Follow Financial Advice<\/a>), erforschte Oscar Stolper, welche Rolle \u00dcbereinstimmungen zwischen Kunden und Finanzberatern bez\u00fcglich \u00e4hnlicher sozio\u00f6konomischer Merkmale wie Alter, Geschlecht, Familienstand etc. f\u00fcr die Abschlussquote bei Beratungsgespr\u00e4chen spielen. Die Ergebnisse zeigen, dass demographische \u00c4hnlichkeiten zwischen Beratern und Kunden einen Einfluss auf die Beratung haben. So ist bei Kundinnen die Abschlussquote bei Beratern oder Beraterinnen mit gleichem Familienstand und Kindern im Haushalt h\u00f6her. Bei m\u00e4nnlichen Kunden ist die Abschlussquote hingegen h\u00f6her, wenn der Berater ebenfalls m\u00e4nnlich und in derselben Altersgruppe ist.<\/p>\n<p>Ein zweites Ergebnis konnte die Forschung in Bezug auf die Risikotragf\u00e4higkeit des Kunden feststellen. So zeigt sich, dass die Einsch\u00e4tzungen der Einstellung des Kunden zum Risiko auch vom Beratungsgespr\u00e4ch abh\u00e4ngen, und insbesondere vom Berater, der das Gespr\u00e4ch f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Faktor Mensch spielt demnach immer noch eine zentrale Rolle und hat in der pers\u00f6nlichen Finanzberatung weiterhin eine gro\u00dfe Bedeutung gegen\u00fcber digitalen M\u00f6glichkeiten wie zum Beispiel \u201eRobo Advice\u201c. Die konkreten Ergebnisse bilden auch f\u00fcr die Praxis eine wichtige Grundlage, um Prozesse fundiert zu optimieren. Einerseits kann zum Beispiel die Abschlussquote durch eine gezielte Kunden-Berater-Zuordnung optimiert werden und Banken k\u00f6nnen ihren Recruitingprozess im Hinblick auf weitere mutma\u00dflich relevante \u00c4hnlichkeitsdimensionen besser steuern. Andererseits sollte der Einfluss von Beratern auf gemessene Kundeneigenschaften bei der Einsch\u00e4tzung tats\u00e4chlicher Risikotragf\u00e4higkeiten ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Florian Hett stellte in dem von ihm pr\u00e4sentierten Forschungsprojekt die Frage, warum sich private Haushalte in ihrem finanziellen Wohlstand unterscheiden. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen verfolgen die Forscher verschiedene Ans\u00e4tze: z.B. welche Ausgaben haben die entsprechenden Personen, wann und warum verwenden sie Kredite, oder wie viel sparen und investieren sie? Durch eine Kooperation mit einem Fin-Tech haben Florian Hett und sein Team Zugriff auf Kundentransaktionsdaten, die die Analyse dieser Mechanismen erm\u00f6glichen. Dabei untersuchen sie, wie konsistent Kunden ihre Konsumausgaben t\u00e4tigen. Abh\u00e4ngig von den Gehaltszahlungen werden Personen als eher \u201eungeduldig\u201c oder \u201egeduldig\u201c bezeichnet, je nachdem wie stark sich ihr Konsum nach eingehenden Gehaltszahlungen erh\u00f6ht. Der durchschnittliche Anstieg liegt dabei bei ca. 20%. Optimal w\u00e4re aber eigentlich eine gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung \u00fcber den ganzen Monat.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Analysen liefern dabei erneut konkrete Hinweise und Erkenntnisse f\u00fcr die Praxis. So zeigt sich, dass besonders ungeduldige Individuen auch systematisch h\u00e4ufiger auf teure Dispokredite zur\u00fcckgreifen und somit langfristig ihre finanzielle Situation verschlechtern. Entsprechend k\u00f6nnten gerade solchen Kunden bessere Produkte angeboten werden, mithilfe derer sie ihre suboptimale Konsumplanung anpassen bzw. ausgleichen k\u00f6nnen. Die vollst\u00e4ndige Publikation zum Forschungsprojekt ist unter folgendem Link einsehbar: <a href=\"https:\/\/safe-frankfurt.de\/policy-center\/policy-publications\/policy-publ-detailsview\/publicationname\/measuring-time-inconsistency-using-financial-transaction-data.html\">Measuring Time Inconsistency Using Financial Transaction Data.<\/a><\/p>\n<p>Der spezialisierte Fokus der Veranstaltung war f\u00fcr alle Beteiligten eine Bereicherung. Sebastian Sch\u00e4fer vom TechQuartier betonte, dass sich das Format etabliert hat und unbedingt weitergef\u00fchrt werden sollte.<\/p>\n<p>19.11.2019 &#8211; Paula Sophia Schmidt-L\u00fcer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201cBusiness Practice meets Science\u201d Reihe geht in die zweite Runde. Am 30. 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